Slowenien - Slovenija

karte_slowenien

Einwohner: 2,0 Mio
Landesfläche: 20.256 km²
Hauptstadt: Laibach/Ljubljana (323.000)
Sprachen: Slowenisch, Italienisch, Ungarisch
Völker: Slowenen (93,06 %), Ungarn (0,38 %), Italiener (0,19 %), Deutsche (0,10 %)
Zu Zeiten Jugoslawiens zugewanderte ethnische Gruppen: Kroaten (1,81 %), Serben (1,98 %), Bosniaken (1,1 %)
Religion: Katholiken (70,8 %), Atheisten (4,3 %), Protestanten (1 %), Muslime (1%), Sonstige (22,9 %)

wappen_slowenien

Mit keinem der vielen Völker der alten Monarchie ist Österreich so sehr und so lange verbunden wie mit dem Volk der Slowenen. Während die Gebiete der Tschechen, Mährer und Slowaken erst ab dem 12. Jahrhundert auch von Deutschen besiedelt wurden und umgekehrt die Tschechen erst im 19. Jahrhundert nach Österreich einwanderten, vermischten sich die Vorfahren der Slowenen und die Bajuwaren bereits am Ende der Völkerwanderung auf dem Gebiet des heutigen Österreich.

Die Slowenen (oder auch Winden, wahrscheinlich von "Veneter"), ursprünglich aus den weiten Ebenen Westrusslands kommend, besiedelten ab dem 6. Jahrhundert das Wiener Becken, Kärnten, die Steiermark, Osttirol und den Raum des heutigen Slowenien, und trafen dabei auf das ebenfalls nicht sehr kriegerische Volk der Baiern (Bajuwaren), mit denen sie sich in den Grenzgebieten zu vermischen begannen. Der Fluss Enns stellte hierbei lange Zeit die slawisch-bairische Grenze dar.

Mit dem Fürstentum Karantanien (Karantanija) errichteten im 7. Jahrhundert die Slowenen eines der ersten slawischen Reiche in Mitteleuropa, das jedoch rasch unter fränkisch-bairischen Einfluss geriet. Sowohl die slawischen Gebiete als auch die bairischen Grenzmarken war in der Folge den Einfällen der Awaren/Magyaren ausgesetzt, die erst in der Mitte des 10. Jahrhunderts durch die Siege der deutschen Könige an der Unstrut und auf dem Lechfeld abgewehrt werden konnten.

Der bairischen Ostkolonisation in den slawischen und den von den Ungarn aufgegebenen Räumen entlang der Donau folgte die Eingliederung der slawisch-bairischen Gebiete Kärnten, Krain, Friaul und Istrien in das Herzogtum Bayern.

Dem rebellischen Bayern wurden jedoch 976 diese Gebiete wieder aus der lehensrechtlichen Bindung enthoben. Kärnten, zu dem Verona, die Steiermark, Teile Nieder- und Oberösterreichs, das Friaul und mit der Krain und Istrien das ganze heutige Slowenien gehörten (die östlichste Provinz Prekmurje war wohl nicht Teil Karantaniens, sondern unter magyarischem Einfluss), wurde zum selbstständigen Herzogtum, dem ältesten Österreichs.

Im weiteren Verlauf des Mittelalters bildeten sich jene Fürstentümer heraus, auf deren Boden letztlich das heutige Slowenien entstand: Die Grafschaften Görz und Gradiska, die Marktgrafschaft Istrien, welche in der k.u.k. Monarchie dann unter der Bezeichnung "Küstenland" zusammengefasst wurden, daneben noch die Herzogtümer Krain, Steiermark und Kärnten, die im 12. Jahrhundert allesamt unabhängig wurden.

Mit dem Aufstieg Habsburgs kam 1282 die Steiermark, 1235 Kärnten und Krain, 1500 endgültig die Grafschaft Görz zu Österreich. Die Gebiete Sloweniens waren damit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs ein Teil Österreichs, wobei nach dem Ausgleich mit den Ungarn das Übermurland (Prekmurje) Transleithanien zugeschlagen wurde.

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurden die Slowenen vom neu entstandenen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Jugoslawien) einverleibt, die slowenischsprachige Küstenregion rund um Triest wurde jedoch Italien zugeschlagen.

Mit dem Angriff der Achsenmächte auf Jugoslawien 1941 wurde Slowenien unter Italien, Ungarn und Deutschland aufgeteilt. Es folgten erbitterte Kämpfe zwischen den Besatzern und habsburgtreuen monarchistischen bzw. kommunistischen Partisanen, unter denen sich auch zahlreiche Österreicher befanden. Mit der sogennanten "Optierung" übte bereits das NS-Regime massiven Druck auf die deutsche Bevölkerungsgruppe, vor allem in der Gottschee, aus, ihre Heimat zu verlassen ("heim ins Reich"). Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde nahezu die gesamte verbliebene deutschsprachige Minderheit vertrieben.

Im Zuge der wachsenden Unzufriedenheit mit der serbisch dominierten Führung im nun wiederbegründeten jugoslawischen Gesamtstaat verkündete Slowenien am 25. Juni 1991 seine Unabhängigkeit. In rascher Folge gelang dem Land die Abwehr der jugoslawischen Invasionstruppen, die Verabschiedung einer demokratischen Verfassung und die internationale Anerkennung des neuen Staates. 2004 trat Slowenien der Europäischen Union und der Nato bei.

Wirtschaftliche gesehen ist Slowenien, mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 6,5 %, von den ehemals kommunistischen Ländern das am weitesten fortgeschrittene Land. 2001 erreichte das Bruttosozialprodukt 70 % des EU-Durchschnittes, laut dem Wiener Institut für Internationale Wirtschafsvergleiche wird das Land 2015 weitgehend auf den westlichen Standard aufgeschlossen haben.

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