Kein „System Kärnten“ – vielmehr ein „System Republik“ PDF Drucken E-Mail

Schuldzuweisungen hört man dieser Tage viele: Sprechen die einen von schlimmen „Kärntner Verhältnissen“, versuchen die anderen, den Verfall der guten politischen Sitten auf Kärntner ÖVP bzw. Haiders FPÖ/ BZÖ zu reduzieren. Doch das ist nur der eine, unvollständige, Teil der Wahrheit.

Wahr ist vielmehr …

Dass in den 1980ern überhaupt FPÖ und später BZÖ – unter schwarzem Assistenzeinsatz – den Kärntner Landeshauptmannsessel erobern konnten, hängt ganz massiv mit der jahrzehntelangen Dominanz der Sozialisten und deren selbstherrlicher Regierungsweise im südlichsten Bundesland zusammen.

Doch wozu in die Vergangenheit schweifen: Häupls rotes Wien und Prölls schwarzes Niederösterreich sind ziemlich eindrucksvolle zeitgenössische Belege dafür, dass nicht bloß die Symptome, sondern die zugrundeliegenden maroden Strukturen kuriert werden sollten: Diese manifestieren sich nun – klarer als je zuvor – im offenkundigen Siechtum des politischen Systems einer Republik, die man ungestraft und getrost als völlig verrottet bezeichnen kann.

Wenn aber nun neue Parteien - ebenso republikanisch eingestellt wie die derzeitigen - auf den Plan treten, die ankündigen, den Pesthauch der Korruption hinwegzublasen, so werden sie in erster Linie daran zu messen sein, ob sie einen wirklichen Systemwechsel anstreben oder bloß einen neuen Posten- und Finanzschacher unter anderer Farbe.

Denn es ist höchste Zeit, endlich den Misthaufen auszumisten – und nicht nur einen neuen Hahn mit andersfarbigem Gefieder darauf krähen lassen …