Österreich zurück ans Meer – PDF Drucken E-Mail

- drum muss der Kaiser wieder her.

Dieser unter heimischen Monarchisten bisweilen zu hörende launige Spruch könnte unter Umständen schon bald wahr werden: Die knapp 8000 Bewohner Ikarias, einer in der östlichen Ägäis gelegenen griechischen Insel von etwa zwei Drittel der Fläche Wiens, sollen laut Medienberichten erwägen, um Aufnahme in den österreichischen Staatverband anzusuchen. Das würde die statistische Klimaerwärmung in Österreich sprunghaft ansteigen lassen, liegt die Jahres-Durchschnittstemperatur auf Ikaria doch bei wohligen 19 Grad.

1912 wurde die Insel zum unabhängigen Freistaat, doch schon im Folgejahr okkupierten griechische Truppen das Eiland und setzten der Autonomie ein jähes Ende.

Will man also jetzt das hundertjährige Jubiläum der Zugehörigkeit zu Hellas nützen, um aus dem notorisch finanzmaroden Staatsverband auszuscheren? – Möglicherweise handelt es sich wirklich nur um eine Zeitungsente, wie aktuelle Dementis seitens ikarischer Honoratioren nahelegen. Das Rauschen im Blätterwald war aber dermaßen gewaltig, dass man nüchtern konstatieren muss: Gar soooo abwegig ist diese Idee gar nicht – immerhin gab es jahrhundertelang österreichische Kronländer an anderen mediterranen Gestaden. „Vielvölkerstaat“ – das haben wir sozusagen im kleinen Finger, nicht nur im Blut!

Ein Problem könnte es freilich geben: Alle drei Gemeinden auf Ikaria werden von kommunistischen Bürgermeistern regiert. Dies hat damit zu tun, dass es auf der Insel nach dem 2. Weltkrieg ein Lager für die im Machtkampf unterlegenen Linken gab. Nach ihrer Entlassung blieben viele von ihnen auf Ikaria, sodass es den Beinamen „die rote Insel“ erhielt.

Bei einer Aufnahme als 10. Bundesland wäre also nicht nur mit einem territorialen Zuwachs, sondern auch mit einer jähen Vervielfachung der österreichischen Kommunisten zu rechnen …