Ein Volksbegehren für die Bildung? PDF Drucken E-Mail

eine Stellungnahme von SGA-Obfrau Prof. Dr. Helga Vereno

Geht es nach Hannes Androsch, so wird es in Zukunft in Österreich eines sicher nicht mehr geben: Bildung. 

Die ewig gestrige Forderung nach Gesamtschule, die offensichtlich davon ausgeht, dass alle Kinder gleich intelligent, motiviert etc. sind, das Abschaffen des so genannten „Sitzenbleibens“ ( das doch nur eine zweite Chance ist, um Versäumtes nachzuholen) und damit das Einläuten einer Schule ohne Leistungsforderung, die Abschaffung differenzierter Ausbildungsmöglichkeiten für SchülerInnen und ihre Pädagogen vernichten die Schule als Bildungseinrichtung.

Bereits in den letzten Jahrzehnten hat man sich redlich bemüht, das Bildungsniveau ordentlich nach unten zu drücken – das beginnt bereits in der Volksschule, wo man mittlerweile zwei Jahre braucht, um alle Buchstaben des Alphabets zu lernen ... Die ewige Ausrede dafür ist die Anwesenheit von Kindern mit Migrationshintergrund.

Ein neuer Versuch der Nivellierung nach unten ist die geplante Teilzentrale Matura in den Gegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch, bei der man vollständig außer acht lässt, dass die dafür notwendigen Grundpfeiler, nämlich Abschaffung der im Unterrichtsgesetz verankerten Lehr – und Methodenfreiheit, die Erstellung eines genau definierten Curriculums (Checkliste!) und Einführung der selben Lehrbücher für die genannten Gegenstände in ganz Österreich nicht einmal diskutiert werden! Dazu kommt noch, dass man versucht, die sehr heterogenen Berufsbildenden Höheren Schulen ebenfalls zentral zu prüfen – dabei müsste es doch jedem Laien klar sein, dass eine HTL nicht die selben Bildungsziele aufweist wie eine Tourismusschule, eine HAK, eine BAKIP , eine Modeschule, eine Caritas-Pflegeschule, eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe! Man ist also dabei, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen – und das nennt sich dann noch Matura?

Leistungsorientierung ist offensichtlich tabu! Man übersieht dabei vollständig, dass Kinder neugierig und wissbegierig sind! Liest man dagegen z.B.: die Jobanforderungen, die an unsere Kinder gestellt werde, so bekommt man den Eindruck, dass Leute gesucht werde, die nicht älter als 25-30 sind, aber über eine Berufserfahrung von 15 Jahren verfügen….

Und warum hat man vergessen, dass man Prüfungen ja auch positiv besetzen kann, als Gelegenheit, zu zeigen, was man kann? Ich gehöre einer Generation an, die noch eine Aufnahmsprüfung in das Gymnasium machte – und ich erinnere mich heute noch, wie stolz wir waren, dafür zugelassen zu werden!

Österreichische Schulen hatten immer einen guten Ruf und bieten trotz aller Widrigkeiten immer noch eine ganz ordentliche Ausbildung – aber offensichtlich ist man nicht bereit, an einer echten Schulreform zu arbeiten, die den modernen Gegebenheiten angepasst ist und unsere Jugend optimal auf ihre Zukunft vorbereitet.

Will man ein hirnloses Volk heranziehen? Ist das die Idealvorstellung vieler Politiker?

Manchmal scheint es, als sei dies das eigentliche Ziel …