| Stell Dir vor, es ist Republik und keiner geht hin |
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Bereits im Vorfeld wurde eine niedrige Wahlbeteiligung zur Katastrophe für unsere Demokratie hochstilisiert und Politiker wie führende Journalisten richteten flammende Appelle an die Stimmberechtigten, doch bitte unbedingt ihr demokratisches Wahlrecht zu nützen. Wahr ist vielmehr: Selbstverständlich ist es in einer Demokratie ein ganz elementares Instrument der Bürgerinnen und Bürger, sich der Abgabe einer gültigen Stimme zu enthalten, wenn diejenigen, die auf dem Stimmzettel stehen, für einen unwählbar sind - und das sahen diesmal besonders viele so. Ein geradezu verheerendes Desaster ist eine Wahlbeteiligung um die 50 % hingegen in Wirklichkeit einzig und allein für die Republik, stellt sich diesem Urnengang doch niemand Geringerer als ihr oberster Repräsentant. Damit verliert die republikanische Staatsform ihre Legitimation, gründet sich diese doch eben nicht auf ein abstraktes Gottesgnadentum, sondern einzig und allein auf den konkreten Willen der wählenden Massen. Heinz Fischer jubelt, denn er wurde mit fast 79% der gültigen Stimmen im Amt "bestätigt". Fakt ist aber: Wahrer Gewinner dieser Wahl sind auch in absoluten Zahlen die Nicht- und Weisswähler, die dem republikanischen System bei dieser Wahl eine schmerzhafte und laut schallende Ohrfeige verpasst haben. Angesichts der bis dato historisch niedrigen Wahlbeteiligung von 71,60 % bei der Kür des Bundespräsidenten 2004 zeigte sich Fischer damals "bestürzt und nachdenklich". Nun, da die Wahlbeteiligung um weitere 20 % eingebrochen ist und nicht zuletzt angesichts von mehr als 7% ungültigen Stimmen sollte die Republik nicht nachdenken sondern einfach abdanken."Handeln braucht Werte", liess Fischer affichieren dessen Markenzeichen es ist, NICHT zu handeln und sich Konflikten erst gar nicht zu stellen. "In Zeiten grosser Verantwortung" stand auf Fischers Plakaten ebenfalls zu lesen. Man ist geneigt, diesen unvollständigen Satz zu ergänzen: "... wäre die Wiedereinführung der Monarchie das Vernünftigste, Kostengünstigste, Logischste." Ulrich Habsburg-Lothringen, der schon im Vorfeld auch an den Tücken eines unterschätzten Wahlkampfes gescheitert war, dem eine Kandidatur aber sowieso verwehrt geblieben wäre, kündigte am Tag vor der Wahl sein neuerliches Antreten 2016 an und appellierte in der „Presse" an die Anhänger seines Hauses: "Wer mich unterstützen wollte, sollte nicht zur Wahl gehen!" Man könnte auch umgekehrt formulieren: Wer nicht zur Wahl gegangen ist, sollte in Hinkunft die Monarchisten unterstützen. |





