"Wir vermissen diese Farben." Drucken

Kundgebung_Trieste_Libera_2013.jpgEs war ein "risorgimento", wie es sich Garibaldi und Cavour nicht hätten träumen lassen: Am Sonntag, den 8. Dezember wurde im Herzen von Triest eine Kundgebung der mittlerweile mitgliederstärksten Partei dieser Stadt, der Bewegung Trieste Libera/ Svobodni Trst (Freies Triest), abgehalten, an der an die 3000 Personen teilnahmen. Forderung: Ein Ultimatum an Italien, endlich den 1947 bzw. 1954 verhandelten Freihafenstatus zu respektieren.

Triest ist, wie den meisten unbekannt sein dürfte, keineswegs ein Teil Italiens, sondern steht lediglich unter italienischer Verwaltung. Einer Verwaltung, die sich verheerend auf das Wirtschaftsleben der Stadt an der Adria ausgewirkt hat und immer noch auswirkt: Waren die ausgedehnten Hafenanlagen zur Zeit der Monarchie die modernsten der Welt, so demontierten die Italiener nach der Besetzung Triests viele Werften und Maschinen, um sie in Monfalcone, etwa 25 Kilometer weiter nördlich, neu aufzubauen und damit das „feindliche“ Triest, dessen Einwohner mehrheitlich nicht weg von Österreich wollten, niederzukonkurrieren. Immer noch wandern Jahr für Jahr geschätzte 3000 Bürger aus, die Stadt überaltert.

Die Bewegung Trieste Libera fordert, dass die desolaten Hafenanlagen, die eigentlich UN-Gebiet sind, nicht weiter von Italien verwaltet werden sollen, sondern von Österreich, Tschechien oder Ungarn, die eigentlich ein besonderes Interesse an einem privilegierten Zugang zur nördlichen Adria haben müssten, während Italien sowieso über genügend Hafenstädte verfügt.

Bei der Schlusskundgebung hielten Vertreter von  Trieste Libera, der im Stadtrat von Rijeka/ Fiume vetretenen Liste Slobodna Rijeka, aber auch Gäste wie Dr. Marek Pavka von der Mährer-Partei und SGA-Mitbegründer Alexander Simec Ansprachen, die RAI meldete in ihren Abendnachrichten die Anwesenheit von uns Monarchisten.

Auf die in Italienisch gehaltene und immer wieder durch spontanen Applaus unterbrochene Rede von Alexander Simec, deren Wortlaut Sie nachstehend finden,  folgten  laute "Viva Austria"- Rufe, zahlreiche Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. In Anbetracht unseres schwarz-gelben Transparents, das hinter der Rampe, auf der die Reden gehalten wurden, angebracht war, meinte ein Triestiner: "Wir vermissen diese Farben."

Anschließend besprachen Vertreter der Schwarz-Gelben Allianz mit den führenden Repräsentanten von Trieste Libera ausführlich die Möglichkeiten zu einer Zusammenarbeit über die nationalstaatlichen Grenzen hinweg.

Triest an diesem sonnigen milden Wintertag im Dezember 2013: Das war wirklich ein Kurzurlaub bei Freunden.

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Liebe mitteleuropäische Mitbürger!

Es ist uns eine große Freude, dass wir österreichischen Monarchisten eingeladen worden sind, mit einer Delegation an Eurer Kundgebung für ein freies und selbstbestimmtes Triest teilzunehmen.

Österreicher und Triestiner teilen eine große gemeinsame Geschichte über viele Jahrhunderte. Eine prägende Geschichte, die eine unverwechselbare mitteleuropäische Identität geschaffen hat, die uns vom Rest Europas klar unterscheidet. Es ist eine Identität über sprachliche Grenzen hinweg, die der katastrophale nationalistische Irrsinn des 19. und 20. Jahrhunderts nicht ausradieren konnte und die jetzt immer stärker wird, wie der unglaubliche Erfolg der Bewegung Trieste Libera eindrucksvoll zeigt.

Wir österreichischen Monarchisten haben immer schon mitteleuropäisch gedacht und sind fest überzeugt, dass dieses Konzept eine große Zukunft hat, weil auch die EU die brennenden Fragen der Autonomie von Regionen nicht hinreichend beantworten konnte und kann.

In diesem Sinne: Lassen wir auf eine gemeinsame Vergangenheit auch eine gemeinsame Zukunft folgen. Hoch lebe ein vereinigtes Mitteleuropa – hoch lebe ein freies Triest!

 

Cari concittadini mitteleuropei!

È con grande gioia che una delegazione di noi monarchici austriaci è stata invitata a partecipare alla Vostra manifestazione per una Trieste libera e autonoma.

Per molti secoli austriaci e triestini hanno condiviso una grande storia comune. Una storia che ha contribuito a creare un’inconfondibile identità mitteleuropea che ci distingue nettamente da tutto il resto d’Europa. Si tratta di un’identità che supera i confini linguistici e che la catastrofica follia nazionalistica del XIX e del XX secolo non è riuscita a cancellare e che ora sta diventando sempre più forte, come dimostrato dall’incredibile successo del Movimento Trieste Libera.

Noi monarchici austriaci abbiamo sempre pensato a livello mitteleuropeo e siamo fermamente convinti che questa idea abbia un grande futuro perché anche l’UE non è riuscita e non riesce a dare una risposta soddisfacente alle scottanti domande dell’autonomia delle regioni.

A tal proposito, sulle orme di un passato comune, vogliamo anche un futuro comune. Evviva la Mitteleuropa riunita, evviva Trieste libera!