Leserbriefe an Zeitungen

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Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon Frido » Mi 10. Mär 2010, 11:45

traurigerweise musste ich feststellen, dass auch konservative Zeitungen keinen Ton über Ehzg. Ulrich und seinen Wahlkampf verlieren.

Ich werde den Herrschaften der Furche einen Leserbrief schreiben und würde euch bitten dies ebenfalls zu tun!
Reporter: Kaiserliche Hoheit. Werden Sie heute das Fußballmatch Österreich-Ungarn anschauen?
Eh. Otto: Gegen wen?
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon gupfi » Mi 10. Mär 2010, 11:57

Auch das gibt es noch! Dieser Leserbrief stammt aus der Onlineausgabe der Kronenzeitung - Das freie Wort:
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

Als Bundespräsident Dr. Heinz Fischer sein Amt antrat, verzichtete der bekennende Agnostiker auf die seit Dr. Rudolf Kirchschläger üblich gewordene religiöse Beifügung, „so wahr mir Gott helfe“. Seine sozialistische Gesinnung leugnete er nicht, schließlich war er sein ganzes Leben ein Parteisoldat, aber er wollte als Bundespräsident gerecht und unparteiisch handeln. Auffällig war während seiner Amtsführung, dass er häufig Tatsachen und Probleme aufgezählt hat, ohne die Hintergründe wirklich zu analysieren oder gar eine Entscheidung zu treffen. Als Oberbefehlshaber des Bundesheeres ist er eigentlich nie wirklich in Erscheinung getreten, obwohl manchmal eine Weisung oder ein Machtwort erforderlich gewesen wäre. Er traute sich nicht, die Benes-Dekrete anzusprechen, die zur Vertreibung von über drei Millionen Altösterreichern führten, da er die Beziehungen zwischen Österreich und Tschechien nicht gefährden wollte. Nur nicht anstreifen, daraus könnte ein Konflikt entstehen, so dürfte auch seine Lebenseinstellung sein. Wirtschaftspolitik oder Familienpolitik waren Tabuthemen für Dr. Fischer. Bei den wenigen relevanten Äußerungen konnte man die sozialistische Ideologie nicht übersehen. Für diesen Wahlkampf hat Bundespräsident Dr. Heinz Fischer das Motto: „Unser Handeln braucht Werte.“ Ich hoffe, er meint soziale und nicht sozialistische Werte. Er wird es schwer haben, das bürgerliche Lager zu überzeugen. Wahrscheinlich stellen den nächsten Bundespräsidenten die Nichtwähler.

Kurt Gärtner, Wels
erschienen am Mi, 10.3.


Ein "Hut ab!" vor diesem Kommentar.
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon Wolferl » Mi 10. Mär 2010, 12:36

Danke, Gupfi! Wost des nur immer findst :)

Und der Interessenvertreter der Nichtwähler ist ... äääh WÄRE ja der Monarch, der die Lücken prozentual gerecht im Parlament mit fähigen Leuten unabhängig von deren Parteizugehörigkeit füllt.
A bisserl träumen derf ma jo ..
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon Kuenringer » Mi 10. Mär 2010, 14:00

gupfi hat geschrieben:Auch das gibt es noch! Dieser Leserbrief stammt aus der Onlineausgabe der Kronenzeitung - Das freie Wort:
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

Als Bundespräsident Dr. Heinz Fischer sein Amt antrat, verzichtete der bekennende Agnostiker auf die seit Dr. Rudolf Kirchschläger üblich gewordene religiöse Beifügung, „so wahr mir Gott helfe“. Seine sozialistische Gesinnung leugnete er nicht, schließlich war er sein ganzes Leben ein Parteisoldat, aber er wollte als Bundespräsident gerecht und unparteiisch handeln. Auffällig war während seiner Amtsführung, dass er häufig Tatsachen und Probleme aufgezählt hat, ohne die Hintergründe wirklich zu analysieren oder gar eine Entscheidung zu treffen. Als Oberbefehlshaber des Bundesheeres ist er eigentlich nie wirklich in Erscheinung getreten, obwohl manchmal eine Weisung oder ein Machtwort erforderlich gewesen wäre. Er traute sich nicht, die Benes-Dekrete anzusprechen, die zur Vertreibung von über drei Millionen Altösterreichern führten, da er die Beziehungen zwischen Österreich und Tschechien nicht gefährden wollte. Nur nicht anstreifen, daraus könnte ein Konflikt entstehen, so dürfte auch seine Lebenseinstellung sein. Wirtschaftspolitik oder Familienpolitik waren Tabuthemen für Dr. Fischer. Bei den wenigen relevanten Äußerungen konnte man die sozialistische Ideologie nicht übersehen. Für diesen Wahlkampf hat Bundespräsident Dr. Heinz Fischer das Motto: „Unser Handeln braucht Werte.“ Ich hoffe, er meint soziale und nicht sozialistische Werte. Er wird es schwer haben, das bürgerliche Lager zu überzeugen. Wahrscheinlich stellen den nächsten Bundespräsidenten die Nichtwähler.

Kurt Gärtner, Wels
erschienen am Mi, 10.3.


Ein "Hut ab!" vor diesem Kommentar.


Etwas hat der Herr Kurt Gärtner doch in seinem "Freien Wort" aber übersehen: Heinz Fischer hat sehr wohl vor ein paar Tagen die Benes-Dekrete als einen trilateral zu lösenden Aufarbeitungsbereich angesprochen, was in Tschechien und in der Slowakei Verstimmung hervorgerufen hat. Hat das der Onkel Hans zugunsten seines Schützlings, Pg. Rosenkranz, gefließentlich unterdrücken wollen?? Bei dem senilen Alten tät es mich gar nicht mehr wundern.
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon Kuenringer » Fr 12. Mär 2010, 11:03

Thema: Bundespräsident Fischer zu den Benes- Dekreten
Kommentar zur Debatte um die Benes-Dekrete

Lidove noviny, Prag, 8.3.


Der tschechische Politologe Bohumil Dolezal widmet sich in einem Kommentar dem Grußwort von Bundespräsident Fischer für die SLÖ, die Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich. Das Grußwort habe zwei Teile gehabt. Im ersten Teil gebe es nichts, was von der traditionsgemäß vorsichtigen und gemäßigten Haltung des österreichischen Präsidenten abweichen würde. Im zweiten Teil reagiere Bundespräsident Fischer offensichtlich auf dieselbe Art und Weise, wie sich sein tschechischer Amtskollege mit der Unterschrift des Lissabon-Vertrages abgefunden hatte. Es sei sicherlich wahr, dass die Erklärung von Bundespräsident Fischer ein Teil des Wahlkampfes sei. Dies bedeute aber laut Dolezal nicht, dass er nicht in seiner Kritik der Dekrete buchstäblich Recht hätte. Dabei habe Bundespräsident Fischer nur betont, was die österreichische Regierung bereits beim tschechischen EU-Beitritt sagte: Sie sehe in den Dekreten kein Hindernis, würde aber nichtsdestotrotz von der tschechischen Seite zumindest ein paar kritische Worte begrüßen. Bundespräsident Fischer sagte dies nur deswegen, weil sich kein österreichischer Spitzenpolitiker im Wahlkampf erlauben könne, dies zu ignorieren. Die Reaktionen der tschechischen Politiker wären zu erwarten gewesen.

Dolezal ist auch der Meinung, dass die tschechisch-österreichischen Beziehungen gewisse Symmetrien mit den slowakisch-ungarischen Beziehungen aufwiesen und die schlimmsten aller nachbarschaftlichen Beziehungen Tschechiens seien. Dolezal habe mit einigen österreichischen
Haltungen auch Probleme, allerdings meint er, dass die Österreicher in der Sache der Dekrete Recht hätten. Die Dekrete und die Vertreibung seien ein Felsblock, der in den Weg der so notwendigen Zusammenarbeit der mitteleuropäischen Nationen gelegt sei. Sollte es nicht gelingen, diesen aus dem Weg zu rollen, werde er eine große Gefahr bedeuten, die ein potentieller Feind leicht und geschickt ausnutzen könne. Die hysterische tschechische Reaktion auf die kritischen Worte von Bundespräsident Fischer bewiesen, dass es den Tschechen in den zwanzig Jahren der Freiheit nicht gelungen sei, in der politischen Ebene ein bisschen vorzurücken. Dies sei beschämend, endet Dolezal.

*

Mlada fronta Dnes, 6.3.

Vladimir Kucera meint in seinem Kommentar, dass die Existenz der Benes-Dekrete für die Politiker ein richtiger Segen sei, denn sie könnten an ihnen demonstrieren, dass es ihnen um wirkliche Interessen gehe und nicht nur um persönliche. Besonders sei dies der Fall in Wahlkampfzeiten.Wenn die Politiker die Benes-Dekrete nicht hätten, müssten sie sie laut Kucera erfinden. Deswegen sollten die Tschechen nicht fürchten, dass diese aufgehoben würden.

* *
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon gupfi » Sa 13. Mär 2010, 12:33

Das Dilemma der Bundespräsidentenwahl

Angesichts der Medienberichte über den Wahlkampf zur bevorstehenden Bundespräsidentenwahl, stellt sich mir - angesichts der Kosten und des Aufwandes, den so eine Wahl mit sich bringt - die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Amtes und des Wahlverfahrens. Die Wahl des BP durch das Volk sollte im ursprünglichen Sinn gewährleisten, eine über den politischen Parteien stehende, die vitalen Interessen aller Menschen in diesem Land vertretende Persönlichkeit, an die Spitze des Staates zu stellen. Eine moralische, eine integere, eine einende, eine standhafte, glaubwürdige Persönlichkeit mit Vorbildwirkung. An dieser Latte gemessen, fallen mir da ad hoc nur Renner, Körner und Kirchschläger ein. Und da stellt sich sofort die Frage, muss dieser Mensch unbedingt aus den politischen Reihen kommen? Wenn ja, wozu dann die kostspielige Wahl durch das Volk? Das Dilemma der bevorstehenden Wahl spiegelt sich ja deutlich im Wahlkampf wider. ÖVP, Grüne und BZÖ nominieren keine Kandidaten. Fischer wird zum Parteisoldaten und ewig Linken abgestempelt, und Rosenkranz versucht auf armselige und unglaubwürdige Art ihr Geschichtsverständnis zu bemänteln. Ein Sprichwort sagt: Ehe du ein Wort geäußert hast, bist du sein Herr, nachher ist es der deine. Arm san ma!

H. A. Ecker,Baden
erschienen am Sa, 13.3.


Meine Meinung dazu - wenn schon BP dann aber eine wirklich freie Wahl durch das Volk!
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon Kuenringer » Sa 13. Mär 2010, 13:50

gupfi hat geschrieben:Das Dilemma der Bundespräsidentenwahl

Ein Sprichwort sagt: Ehe du ein Wort geäußert hast, bist du sein Herr, nachher ist es der deine. Arm san ma!

Meine Meinung dazu - wenn schon BP dann aber eine wirklich freie Wahl durch das Volk!


Ja, arm san ma, damit hat der Herr aus Baden wohl recht aber in einem Aufwaschen widerspricht er sich: Weder Renner noch Körner waren ÜBER den Parteien schwebend. Renner und Körner kamen aus der SPÖ, wobei dem Renner die dubiose Rolle des Wendehalse zufallen MUSS! Vielleicht nur bei Kirchschläger kann man von einer "moralischen, integeren, möglicherweise einenden, standhaften und glaubwürdigen Persönlichkeit" sprechen- aber Vorbildwirkung? Da geht man schon wieder zu weit!

Nur ein Monarch könnte diese Rolle ausfüllen.

Was ich aber NICHT verstehe, lieber Gupfi, ist Deine letzte Bemerkung: "wenn schon BP dann aber eine wirklich freie Wahl durch das Volk!" Ich war IMMER der Meinung, die Volkswahl, das heißt die Direktwahl eines Bundespräsidenten DURCH DAS VOLK wäre eine FREIE Wahl!
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon gupfi » Sa 13. Mär 2010, 19:49

Kuenringer hat geschrieben:Was ich aber NICHT verstehe, lieber Gupfi, ist Deine letzte Bemerkung: "wenn schon BP dann aber eine wirklich freie Wahl durch das Volk!" Ich war IMMER der Meinung, die Volkswahl, das heißt die Direktwahl eines Bundespräsidenten DURCH DAS VOLK wäre eine FREIE Wahl!


Der Meinung war ich auch, bin aber irgendwie eines besseren belehrt worden. Derzeit wird (oder - wird bald)wieder einmal durch das Volk gewählt. Und dem Terminustechnicus nach ist es sogar eine freie Wahl - verglichen mit Bagdad oder Teheran sogar höchstwahrscheinlich. Aber gehört denn zur Wahlfreiheit denn nicht auch, dass die Kandidaten die Freiheit haben sich wählen zu lassen. Oder ist das vielleicht nur eine grause Logik, entsprungen dem Gehirn eines ehemaligen "Dunsttrottels"?
Ist es wirklich eine freie Wahl, wenn die lieben Wähler nur zwischen "Pest und Cholera" (ist nur ein dummer Vergleich, bezieht sich nicht auf Kandidaten)oder wenn man so will, zwischen Honecker und Pinochet, entscheiden dürfen, weil durch des Schicksals rostige Fügung, halt gar kein anderer Kandidat zur Verfügung steht? Theoretisch könnte sich ja eh fast ein jeder aufstellen lassen, aber leider... wissens eh... der unpassende Name, die unpassende Herkunft. Fast wie damals, im guten alten 38er Jahr, war ja auch eine freie Wahl - hat jeder Wahlbeobachter bestätigt. Naja - ein Schelm wer Böses dabei denkt.[/quote]
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon Morwen » Mo 15. Mär 2010, 09:50

Ja, genau.
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Re: Leserbriefe an Zeitungen

Beitragvon Kuenringer » Mo 15. Mär 2010, 11:51

Morwen hat geschrieben:Ja, genau.


Was heißt "genau", liebe Morven.

Ich sehe das nämlich nicht so. Was wir hier haben, ist eine Kandidatenliste von zwei "Kandidaten", wovon eine(r) für wahre Österreicher unwählbar sein sollte.

Dass es sich nur um zwei handelt hängt wohl davon ab, dass, mit der Ausnahme von Ulrich von Habsburg, der natürlich NICHT antreten darf, die Parteien ÖVP und Grünen keinen Gegenkandidaten aufstellen WOLLTEN!

Das mag vielleicht kurzsichtig sein oder aus Spargedanken geschehen sein- undemokratisch oder was auch immer, ist es sicher nicht oder wollt Ihr das unwürdige Schauspiel eines Richard Lugners oder sonst irgendeines Narren?

Ich möchte an dieser Stelle etwas feststellen, was mir sehr am Herzen liegt: Als Demokraten sollten wir unsere demokratische Pflicht wahrnehmen und nicht nur "protestieren", wie es schon seit langem Mode ist, was nur dem Feind in die Hände spielt. Denn vergesst nie, wie es schon Otto von Habsburg treffsicher formulierte: Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!
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