Heer hält eigene Vorschriften nicht ein
Die Kasernen des österreichischen Bundesheers sind laut Volksanwaltschaft in einem äußerst desolaten Zustand. Keine Umkleiden für Spitalsmitarbeiter, die einzigen Duschen im Nachbarhauskeller, keine Lifte für verletzte Soldaten im Feldspital: Das seien nur einige Beispiele, die bei Kasernenbesuchen im vergangenen Jahr die Haare zu Berge stehen ließen, kritisierte die Volksanwaltschaft. Für die dringenden Sanierungen werde mehr Geld benötigt.
Mangelhafte Hygienestandards
"Wohn- und Hygienestandards in bestehenden Kasernen entsprechen alters- sowie nutzungsbedingt weder den Anforderungen noch den Bedürfnissen von Grundwehrdienern und dem Kaderpersonal", beanstandete die Volksanwaltschaft in einer von ihr durchgeführten Begutachtung.
Das Hinausschieben oder der Verzicht auf Renovierungsarbeiten führe zu noch höheren Kosten. Aus diesem Grund könne man nur eindringlich raten, "im Budget der Jahre 2010 bis 2014 verstärkt Mittel für die Sanierung von Unterkünften für Präsenzdiener und Kaderpersonal bereitzustellen".
Dusche 200 Meter von Schlafsaal entfernt
Als Beispiel für die katastrophalen Zustände nannte der für den Bereich verantwortliche Volksanwalt Peter Kostelka unter anderem die Benedek-Kaserne in Bruckneudorf (Burgenland): Für eine Unterkunft mit 36 Betten befänden sich die Duschräume in einem anderen Gebäude im Kellergeschoß in 200 Meter Entfernung.
In der gleichen Einrichtung würden "Welten aufeinanderprallen": Vor wenigen Tagen seien auf dem Truppenübungsplatz zwei generalsanierte Häuser mit deutlich mehr Wohnkomfort eröffnet worden - jedes Zimmer sei mit WC und Dusche ausgestattet.
Gemeinsame Umkleide für Frauen und Männer
Untragbar sind laut Volksanwaltschaft teils auch Räume in der Khevenhüller-Kaserne in Klagenfurt. Im Sanitätszentrum gibt es etwa für Verletzte keinen Lift, für das Personal keinen einzigen Umkleideraum. Die einzige Garderobe befinde sich im unbeheizbaren Dachboden und sei für Frauen und Männer nicht getrennt - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
"Eine Zumutung"
Als Problemfall wird auch die Schwarzenbergkaserne Wals-Siezenheim (Salzburg) erachtet. Bereits im Tätigkeitsbericht 2008 habe man betont, "dass die Unterbringungen dort eine Zumutung darstellen", mahnte die Volksanwaltschaft. Von einer den Bundesheer-Dienstvorschriften (ADV) entsprechenden wohnlichen und sauberen Umgebung könne "in weiten Bereichen nicht gesprochen werden".
Das Verteidigungsministerium habe damals festgehalten, dass der schlechte Zustand bekannt, eine Sanierung aufgrund begrenzter Mittel aber nur sukzessive möglich sei.
Ewige Baustelle
Im Jänner habe man diesbezüglich einen Teilerfolg erzielt, da das Verteidigungsressort 3,25 Millionen Euro in diesem Jahr sowie eine Summe von einer Million Euro 2011 für die Sanierung von drei Unterkunftsgebäuden vorgesehen habe. Das Land Salzburg stelle für Renovierungen zusätzlich 300.000 Euro in Aussicht.
Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Abseits dieser Pläne müssen laut Volksanwaltschaft weitere 17 Kompanieobjekte generalsaniert werden. Ohne zusätzliches Budget dauere die Beseitigung der Mängel in der Schwarzenbergkaserne acht bis zehn Jahre.
Aufregung bereits im Vorjahr
Bereits im Februar 2009 sorgten Warnungen vor "teilweise lebensbedrohlichen" Zuständen in den Kasernen für Schlagzeilen. Die Offiziersgesellschaft hatte damals über "Dritte-Welt-Substandard" und Geldmangel geklagt.
Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) kündigte daraufhin Investitionen für 2009 an. Für 2010 sind ebenfalls einige Infrastrukturprojekte geplant.
Quelle: http://orf.at/100207-47753/index.html
Die Frage die sich mir stellt, ist wohl ob das Heer überhaupt noch von den Parteien gewollt wird, weil der Selbstverwaltungsapparat verwaltet sich momentan eisern bis zum bitteren Ende, dass ist nämlich dann, wenn nichts mehr zum verwalten da ist.
Ich glaub ich spende dem Bundesheer den Sold, welchen es mir nie zahlen musste, als Aufbauhilfe, dass kriegen die eher als Geld vom Staat!
LG STU
