Emotion und Gerechtigkeit
Es herrscht in unserem Land eineÜberbetonung von Rationalität, Funktionalität, Kommerz, Ichbezogenheit und des Technisch-Materiellen, gleichzeitig eine Geringschätzung der seelisch-geistigen, ideellen Bedürfnisse unserer Gesellschaft – einer Gesellschaft, die dadurch massiv an Zusammenhalt, Gemeinschaftswesen, an gemeinsamen Zielen, Wünschen, Vorstellungen und Idealen verliert.
Während uns dies alles als eine zunehmende
Vielfalt, Freiheit und Individualität jedes
Einzelnen vorgegaukelt wird, werden jene
Kräfte, die unsere Gemeinschaft
zusammenhalten und ihr gleichzeitig wahre
Freiheit schenken – zum Beispiel unsere
Demokratie – immer mehr geschwächt.
Die Lösung dieses Problems liegt in der
Gesellschaft selbst.
Eine Verheißung für die Zukunft:
Zunächst braucht unsere Gemeinschaft eine
motivierende Idee für die Zukunft, denn nichts
spornt Menschen mehr an, als gemeinsame,
verheißungsvolle Ziele.
Eine dieser Ideen ist die Vision eines vereinten,
friedlichen Europa, welche jedoch zunehmend
durch die Realitätsfremdheit einer aufgeblähten
EU-Bürokratie unterminiert wird: Wir verlieren an
Brüssel immer mehr Rechte über uns selbst!
Umso wichtiger erscheint es für Österreich und
seine aus der Donaumonarchie entstammenden
Nachbarländer, eine möglichst enge
Zusammenarbeit anzustreben, um ein
Kräftegleichgewicht gegenüber den wesentlich
grösseren EU-Staaten herzustellen.
Die im Gange befindliche Wiederannäherung der
vielen Völker im sprichwörtlichen „Donauraum“
weist bereits in die richtige Richtung.
Hier liegt jene Vision, die es in Ergänzung, nicht
in Gegnerschaft zur EU, zu verwirklichen gilt!
Die Sehnsucht der Menschen nach dem
Dauernden, Wahren, dem zu Verehrenden
und nach Identifikation:
Der Mensch hat bekanntlich den Hang,
sichtbare, der Banalität entrückte Objekte und
Personen zu verehren. Dies wird in Anbetracht
zahlreicher, Rock-, Pop- und Filmstars nur zu
deutlich. Jedoch ist deren Zeit ebenso begrenzt,
wie deren positiver Einfluss auf die Gesellschaft.
Es bedarf also einer Institution, die gegen den
natürlichen Lauf der Zeit gefeit und quasi
immerwährend ist. In einem Monarchen, der sein
Erbe an seine Nachkommen weitergibt,
versinnbildlicht sich diese Unsterblichkeit.
Dadurch ist die Monarchie die einzige
Staatsform, die die Zukunft in Form von
Thronfolgern wenigstens andeuten und somit
berechenbarer machen kann. Denn im
Gegensatz zu einem Präsidenten mit begrenzter
Laufzeit kann ein Monarch, aus Rücksicht auf
sein Land und seine eigenen Nachkommen,
nicht sagen: „Nach mir die Sintflut“.
Moderne Gesellschaften brauchen in diesen
schnelllebigen, unübersichtlichen Zeiten mehr
den je Mythen und Rituale, in denen mit
identitätsstiftenden Zeremonien (von
Hochzeiten, Krönungen, Jubiläen des
Herrscherhauses bis zu Vereidigungen oder
Sportveranstaltungen) die Unvergänglichkeit der
Dynastie und des Vaterlandes, ja der Heimat
selbst manifestiert wird.
Nur die Monarchie versteht es, diese psychologischen Bedürfnisse der Menschen und die rationalen Anforderungen eines modernen Staatssystems und einer modernen Gesellschaft in Einklang zu setzen. Durch den Monarchen und seine Familie erhält der im Grunde nüchterne, alltagsgraue Staat mit relativ schnell wechselnden Regierungen und einer komplexen, heterogenen, durch zahlreiche Einzelinteressen und -Strömungen zerfahrenen Gesellschaft einen Ruhepol, eine integrative und emotionale, eine neutrale, Mitte.
Was gibt einem Land den emotionalen Halt? Nur funktionalistische, kalte Einrichtungen
wie Parlamente und Gerichte dürften da, die
EU beweist es gerade, nicht genügen:
Von Natur aus empfindet der Mensch ein
Bedürfnis nach einer übergeordneten
moralischen Instanz, die glaubwürdig, jenseits
der Politik, die wichtigsten inneren Werte
repräsentiert und vorlebt. Es fehlt in Österreich
an einer solchen gesellschaftlichen, aber
politisch weitgehend neutralen „Mitte“. Die
Gemeinschaft braucht einen Punkt an dem sie
sich auf- und ausrichten kann. Dieser Punkt
muss etwas unmittelbar Zugängliches,
Sichtbares, nicht Abstraktes sein.
Ein Monarch ist in diesem Sinne ein „greifbares“,
ein sichtbares Symbol für unsere Werte, für
unser Land Österreich. Der Monarch ist die
Verkörperung des Staates, der Nation und ihrer
Werte schlechthin, er verleiht ihr Souveränität,
Gemeinschaft, Einheit, Tradition, Kontinuität und
macht dies durch die Thronfolge überzeitlich.
Durch eine emotionale Bindung des ganzen Volkes an den Monarchen und seine Familie kann die Einheit einer Gemeinschaft und ihrer Ziele gewahrt bleiben; ein Grund, warum die Monarchien dieser Welt ungleich erfolgreicher sind als die Republiken. Das Prinzip der Erbmonarchie bietet einem Land gerade in Zeiten starker Veränderungen oder flüchtiger gesellschaftlicher oder politischer Moden einen Orientierungspunkt, der immer gilt. Die parlamentarische Monarchie vereint also als einzige Staatsform Demokratie und Monarchie, Vergangenheit und Zukunft, Stabilität und Wandel, Verstand und Gefühl, Tradition und Moderne. Somit können nur in einer Erbmonarchie die Aufgaben des Staates zu langfristigen, historischen Zielen werden, hinter denen unser Gemeinwesen auch stehen kann.
Damit nicht genug: der Monarch, dazu erzogen
Verantwortung zu tragen, ist Schiedsrichter bei
sozialen Spannungen, der das Staatsschiff
politisch stabilisieren und Parteiquerelenüberbrücken kann. Denn die Staatsführung muss aus zwei Teilen
bestehen: jenem, der, vom Volk dazu
ermächtigt, regiert und der Tagespolitik
ausgesetzt ist und jenem, der diese einseitige
Machtverteilung mit dem Grundsatz „politisch
wirken, ohne politisch zu sein“ wieder ins
Gleichgewicht bringen kann.
Heute wird die Politik, die Verteilung von Ämtern und Rechten, die Interessen der Menschen, ja unsere ganze Gesellschaft einzig und allein von Parteien bestimmt. Es gibt niemanden in Österreich, der die Parteien effektiv kontrolliert, sie zur Zusammenarbeit, zur Fairness und zum Einhalten demokratischer Grundsätze auffordert, durch klare, festgelegte Gesetze, Pflichten und Rechte über die Verfassung wacht und diese im Notfall dem Zugriff machtgieriger, radikaler Gruppen entziehen kann.
In seiner Funktion als Gewissen der Nation setzte und setzt sich ein Monarch immer wieder für Demokratie und Menschenrechte in seinem Land ein. Ein Beispiel hierfür ist etwa König Juan Carlos I. von Spanien. Gerade weil der Monarch nicht an der Regierung beteiligt ist, hat er den nötigen Freiraum, den Respekt und die Glaubwürdigkeit, sich generationsübergreifenden Themen zu widmen, zu ermahnen, zu fordern und zu wachen, denn der dafür nötige Einfluss soll in erster Linie über seine erworbene Achtung im Volk, nicht durch festgefügte Machtmittel aufgewendet werden.
Sicherlich: Eine ähnliche Funktion könnte
theoretisch auch ein Verfassungsgerichtshof
oder andere Institutionen ausüben. Aber erstens
sind diese Einrichtungen nicht unabhängig von
den etablierten Parteien, sondern schwarz, rot
etc. eingefärbt, und zweitens haben wir ja
gesehen, dass der Mensch immer jemanden aus
Fleisch und Blut, dem er gegenübertreten und
ernstnehmen kann, benötigt. Wie sonst wäre es
möglich, dass die republikanischen Parteien seit
50 Jahren die Anordnungen des
Verfassungsgerichtshofes ignorieren? Wie sonst
kann es sein, dass der Wille der Österreicherinnen und Österreicher seitJahrzehnten systematisch unterschlagen wird,
nehme man nur das Beispiel des schon fast
„normalen“ Brechens von Wahlversprechen oder
der Volksbefragungen, die im Parlament nicht
einmal behandelt werden und deren
Verbindlichkeit niemand einfordert? Warum wird
zugelassen, dass sich die Parteien zunehmend
in übertriebenem Konkurrenzdenken,
Streitigkeiten und dem Ausbeuten des
Staatssystems auf unsere Kosten verausgaben,
anstatt für unser Land gemeinsam an einem
Strang zu ziehen?
Die Schwarz-Gelbe Allianz verlangt daher einen Monarchen, der Volksentscheide nicht nur anordnen kann, sondern auch deren Verbindlichkeit und Umsetzung garantiert, als Staatsoberhaupt anstelle des parteihörigen, ohnmächtigen und farblosen Bundespräsidenten!
Diesen Text finden Sie als SGA-Faltblatt Nr. 6 im Download-Bereich!
