Unsere Dynastie - das Haus Habsburg


Eine europäische Erfolgsgeschichte

Das Haus Habsburg ist ein europäisches Herrschergeschlecht, dessen Name auf die im 11. Jahrhundert von Radbot und Werner von Strassburg erbaute Habsburg in der Schweiz zurückgeht. Das erste Familienmitglied, das sich "von Habsburg" nannte, war Graf Otto (gestorben 1111).

Als 1273 Rudolf I. zum deutschen König gewählt wurde, begann der Aufstieg der Habsburger. Die Verbundenheit mit Österreich begann 1278, als Rudolf die Herzogtümer Österreich (Ober- und Niederösterreich) und Steiermark erwarb.

1452 wurde Friedrich III. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt und von da an blieb die römisch-deutsche Kaiserwürde bis 1806, also mehr als 350 Jahre (mit kleinen Unterbrechungen), im Besitz des Hauses Habsburg. In dieser Zeit bauten die Habsburger ihre Hausmacht durch eine kluge Heirats- und Vertragspolitik aus. Dadurch dehnten sich die habsburgischen Lande bald zu einem weltumspannenden Reich aus, das unter Karl V. zu einem Weltreich wurde, in dem die Sonne nicht unterging. Der berühmte Ausspruch des ungarischen Königs Mátyás Corvinus „Bella gerant alii, tu, felix Austria, nube – Andere mögen Kriege führen, Du glückliches Österreich heirate“, der zum Motto von Kaiser Maximilian I. wurde, ist vielen bekannt.

Dem Haus Habsburg, welches ab dem 15. Jahrhundert auch das Haus Österreich genannt wurde, gehörten Österreich, Tirol, die Steiermark, Kärnten, Krain, Ungarn (soweit es nicht unter türkischer Herrschaft war), Schlesien, Mähren, die Lausitz und Böhmen. In Westeuropa herrschten die Habsburger über Burgund, die Niederlande und Teile des Elsass; in Italien über das Herzogtum Mailand, sowie auch über das Königreich Neapel, das sich über die ganze südliche Hälfte der Halbinsel einschließlich Siziliens und Sardiniens erstreckte. Die Habsburger waren Könige von Spanien und Portugal, sie regierten in der neuen Welt in Mexiko, Brasilien, Peru und Chile.

1804 begründete Franz II. (I.) das österreichische Kaiserreich und musste 1806 aufgrund der Entwicklungen in Frankreich (Napoleon) und Deutschland (Rheinbund) die römisch-deutsche Kaiserkrone ablegen. 1867 errichtete Kaiser Franz Joseph I. die Österreichisch-Ungarische Monarchie oder auch Kaiserlich-Königliche (K.u.K.) Doppelmonarchie genannt.

Diese Österreichisch-Ungarische Doppelmonarchie war 1914 ein Vielvölkerstaat mit einer Fläche von 676.615 km² und mit ca. 53 Millionen Einwohnern. Die K.u.K. Monarchie umfasste die heutigen Staaten Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Teile Rumäniens, Polens, der Ukraine, Italiens, Serbiens und Montenegros. Damit war Österreich-Ungarn nach Russland der zweitgrößte Staat Europas und nach der Bevölkerungszahl der drittgrößte nach Russland und dem Deutschen Reich.

Nach Ende des 1. Weltkrieges, der unter Kaiser Franz Joseph begann, zerfiel die Österreich-Ungarische Monarchie. In Österreich wurde 1918 auf illegale Weise (da ohne Volksbefragung und ohne Abdankung des Kaisers, dieser verzichtete nämlich nur auf seinen Anteil an den Regierungsgeschäften) die Republik Österreich ausgerufen. Kaiser Karl wurde mit seiner Familie ins Exil verbannt, wo er 1921 verarmt und mittellos starb. 2004 wurde Karl I., der bisher letzte Kaiser Österreichs, der als Friedenskaiser in die Geschichte einging, von Johannes Paul II selig gesprochen. Der Grund dafür war sein unerschütterlicher Glaube und seine Friedensbemühungen im 1. Weltkrieg.

Mit Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit Erzherzog Dr. Otto von Habsburg (* 20. 11. 1912), dem Sohn des letzten österreichischen Kaisers, begann das Haus Österreich wieder auf Europa Einfluss zu nehmen. Seine Bemühungen sorgten dafür, dass die Republik Österreich nach 1945 als selbstständiger Staat wiederentstehen konnte und als Opferstaat behandelt wurde. Er war Abgeordneter im Europaparlament, Präsident der Paneuropa-Union und ist heute deren Alterspräsident. Das von ihm am 19. August 1989 an der österreichisch-ungarischen Grenze veranstaltete "Paneuropa-Picknick" ermöglichte 661 DDR-Bürgern die Flucht und löste somit indirekt die Grenzöffnung der DDR aus.

SKH Erzherzog Otto zwischen seinen Söhnen Karl und Georg

Erzherzog Otto ist seit 1951 mit Regina von Sachsen-Meiningen verheiratet. Der erstgeborene Sohn des Paares, Erzherzog Karl (* 11. 1. 1961), verheiratet mit Baroness Francesca von Thyssen-Bornemizsa, ist derzeit Präsident der österreichischen Paneuropa-Union und lebt mit seinen Töchtern Eleonore und Gloria sowie seinem Sohn Ferdinand Zvonimir seit 2005 in Wien. Erzherzog Karl ist seit dem 1. Jänner 2007 der offizielle Chef des Hauses Habsburg. Sein jüngerer Bruder, Erzherzog Georg (*16. 12. 1964), verheiratet mit Eilika von Oldenburg, lebt als sonderbevollmächtigter EU-Botschafter der Republik Ungarn seit 1992 bei Budapest. Der Ehe mit Erzherzogin Eilika entsprangen bislang drei Kinder: Sophie, Ildikó und Karl Konstantin.

Insgesamt entsprangen der Ehe mit Erzherzogin Regina sieben Kinder: Neben den beiden Söhnen die Erzherzoginnen Andrea (*1953), Monika (*1954), Michaela (*1954), Gabriela (*1956) und Walburga (*1958). Erzherzogin Walburga (verheiratet mit Archibald Graf Douglas) ist ebenfalls politisch aktiv. 1973 war sie Mitbegründerin der Paneuropa-Jugend Deutschland, seit 2004 ist sie geschäftsführende Vorsitzende der Internationalen Paneuropa-Union. In Schweden, wo sie derzeit lebt, ist sie seit 2003 Vorsitzende der Moderata Samlingspartiet, für die sie 1999 und 2004 für das Europaparlament sowie 2002 und 2006 für den schwedischen Reichstag kandidierte. Erzherzogin Gabriela (1980 - 2000 verheiratet mit Christian Meister) ist eine international bekannte Bildhauerin; sie hält derzeit eine Kunstprofessur in Tbilisi, Georgien, sowie in Scheyern, Deutschland.

Hier finden Sie eine aktuelle Liste der Thronfolger des Hauses Habsburg-Lothringen.


Soziale Bahnbrechertaten des Hauses Habsburg

In sozialer Hinsicht waren die Habsburger immer federführend. Rudolf II. schränkte bereits im 16. Jhdt. den Frondienst auf 14 Tage ein. Seine Robotpatente hatten damals sozial-wirtschaftlich die gleiche Bedeutung wie die Arbeiterschutzgesetzgebung im 19. und 20. Jhdt., indem sie die tägliche Arbeitszeit einschränkten, Gegenleistungen der Grundherren festsetzten, Sonn- und Feiertagsruhe sicherten und das Beschwerderecht regelten. Kaiserin Maria Theresia führte schließlich bereits 1774 die Schulpflicht ein, womit Österreich zu einer Zeit, als im Rest Europas Bildung nur einen kleinen Elite offenstand, der Zugang zum Wissen auch dem Volk kostenlos ermöglicht wurde.

Zu den sozialen Leistungen ihres Sohnes Josephs II. (1741-1790) gehören unter anderem der Bau von Schulen und Krankenhäusern, die Gründung von Waisen- und Armenhäusern, die Aufhebung der Leibeigenschaft sowie der Schutz der in Fabriken arbeitenden Kindern.

Franz Joseph I. war mit seinen Sozialschutzgesetzen im 19. Jhdt. allen anderen Staaten weit voraus. Unter ihm entstanden die Kranken- und Unfallversicherung der Lohnarbeiter, der Elfstundentag in den Fabriken, die gesetzliche Sonntagsruhe, die Gewerbeinspektion, der Befähigungsnachweis für Handwerker, der Frauen- und Jugendschutz, Verbot der Kinderarbeit und das Höferechtsgesetz für die Bauern. Zwei Jahrzehnte lang stand das oft als rückständig gescholtene Österreich mit dieser Arbeiterschutzgesetzgebung an der Spitze der Nationen.

Karl I. führte 1917 den Mieterschutz, das erste Sozialministerium der Welt und das erste Gesundheitsministerium der Welt ein.

Der franzsisko-josephinische Lobmeyrhof in Ottakring

Der  soziale Wohnbau wurde nicht erst in der Republik vom "Roten Wien" erfunden, sondern bereits anlässlich des Goldenen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph. Mit 1,2 Millionen Kronen (nach heutiger Kaufkraft etwa 60 Millionen Euro) aus der "Jubiläums-Stiftung für Volkswohnungen und Wohlfahrtseinrichtungen" wurden 1900 bis 1901 im Wiener Arbeiterbezirk  Ottakring ausgedehnte Sozialbauten (Wohnhäuser und Heime für Ledige) errichtet. Heute ist davon nur noch der Lobmeyrhof übrig: 1978 wurde der Großteil dieser  qualitätvollen und schönen Prototypen für die späteren Gemeindebauten von der SP-Stadtregierung abgerissen und durch Neubauten der  "Jungen Generation" ersetzt. In Anbetracht der Tatsache, dass diese Wohnanlagen auch nach Aussagen von Fachleuten keineswegs baufällig waren, drängt sich der Verdacht auf, dass es Kräfte gibt, die im Rahmen eines regelrechten Kulturkampfes die gewaltigen sozialen Errungenschaften der Monarchie nach 1900 in Vergessenheit geraten lassen wollen...