Bhumibol Adulyadei - ein König als „Stärke des Landes“

Mit 60 Regierungsjahren ist Bhumibol Adulyadei Rama IX., als König von Thailand der dienstälteste Monarch der Welt. Er folgte 1946 seinem verstorbenen älteren Bruder Ananda Mahidol auf den Thron. Bhumibol („Stärke des Landes“) wurde am 5. Dezember 1927 im amerikanischen Cambridge (Massachusetts) geboren, studierte in der Schweiz Politik- und Rechtswissenschaften und heiratete 1950 wenige Tage vor seiner Krönung zum IX. Rama (Titel des thailändischen Königs), seine Frau Königin Sirikit. Mit ihr hat der König vier Kinder.

Als Privatmann ist der König ein leidenschaftlicher Saxophonspieler, Komponist, Schriftsteller und Maler. Als Segelsportler gewann er 1967 die Goldmedaille bei den Südostasien-Spielen. Als „oberster Entwicklungshelfer“ finanziert er zudem ca. 2000 Hilfsprojekte vor allem in den armen, ländlichen Gebieten Thailands aus eigenen Mitteln. Dabei sorgt er unter anderem für die Erweiterung der Landwirtschaft z.B. durch die Einführung neuer Nutzpflanzen aus der Versuchfarm seines Palastes, den Bau von Bewässerungsanlagen, die Schaffung eines staatlichen Gesundheitswesens oder die Zurückdrängung des Opiumanbaus.

Seine größten Herausforderungen stellten im jedoch die häufigen Versuche des Militärs in seinem Land die Macht an sich zu reißen. 1992 beendete der Monarch ein Blutbad der Armee auf den Straßen von Bangkok mit einem Machtwort: Auf Knien mussten die Militärs dem König versprechen, die Waffen niederzulegen und den Konflikt mit den Demokraten friedlich beizulegen.

Getreu seinem Motto „Ich werde das Land einzig zum Vorteil seiner Menschen regieren“ reist der König seit 60 Jahren durch sein Land (meist mit Kamera), besucht seine von ihm ins Leben gerufenen Projekte, wie etwa den 1962 anlässlich einer Naturkatastrophe gegründete königliche Hilfsfonds. Die Unterstützung des Königs steht hierbei stets für unbürokratische, korruptionsfreie, rasche Hilfe, für die er kürzlich von UN-Generalsekretär Kofi Annan eine Auszeichnung erhielt.
Kein Wunder das Rama IX. von seinem Volk geliebt wird. In den Haushalten Thailands hängt stets ein Bildnis des Königs, vor öffentlichen Veranstaltungen, wie Kino oder Theater und täglich Schlag 8 Uhr morgens wird die Königshymne intoniert, zu der sich das Volk erhebt, mitsingt und sich anschließend in Richtung des Königsbildes verneigen. Nicht etwa aus Zwang, sondern aus Überzeugung und Zuneigung. Der König gilt dabei nicht als „normaler“ Mensch, sondern als Vorstufe zu Gott, jegliche kritische Äußerung gegenüber dem König ist tabu. Ein Problem stellt der Tatbestand der Majestätsbeleidigung dar. In Thailand ist dies ein ernsthaftes Vergehen und fängt schon bei der Kritisierung des Königs, seiner Reden oder das Ausführen von Handlungen die nur dem König zustehen an. Von den politischen Parteien wird dies oft benützt um den Gegner zu verleumden, weshalb zur Zeit geprüft wird den Straftatbestand der „Majestätsbeleidigung“ einzuschränken oder abzuschaffen.

Der südostasiatische Staat Thailand ist sei 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist der König, Regierungschef derzeit Thaksin Shinawatra aus der rechtspopulistischen Partei „Thai Rak Thai“ (Thais lieben Thais). Das vom Volk auf vier Jahre gewählte Parlament besteht aus zwei Kammern, wobei ab dem 18. Lebensjahr Wahlpflicht besteht. In Thailand leben ca. 65 Millionen Menschen auf einer Fläche von 513 000 Quadratkilometern. Thailändisch ist Amtssprache, ca. 95 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten, vier Prozent Muslime, der Rest Christen, Hindus und Anhänger von Naturreligionen. Der höchste Nationalfeiertag ist der Geburtstag des Königs.